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Viele von uns kennen das: immer und immer wieder holen uns alte Verhaltensmuster ein, machen wir die selben Fehler oder springen mit Anlauf ins nächste Fettnäpfchen. Oft ist uns dabei gar nicht bewusst, dass es sich dabei um tief verankerte Programmierungen handelt, die irgendwann und irgendwo in unserer Vergangenheit ihre Ursache haben. Und weil uns das eben nicht bewusst ist, können wir das auch nicht so einfach ändern. Wie denn auch, wenn wir nicht einmal wissen, wo wir mit der Veränderung ansetzen könnten? Und so laufen diese Programme im verborgenen, für uns unzugänglichen Teil unseres Selbst weiter: sie wirken aus unserem Unterbewussten heraus und steuern unser Denken, Handeln und Empfinden. Mit der Zeit verfestigen sich diese Programmierungen und finden durch jede neue Krise eine Bestätigung. Dadurch dreht sich unsere Aufmerksamkeit immer mehr und immer stärker um unsere Probleme, es entstehen hemmende Glaubenssätze und selbsterfüllende Prophezeiungen. "War ja klar, dass das wieder einmal schief geht...". Das bindet unsere Aufmerksamkeit noch mehr, fesselt sie regelrecht im Problemsog, und kostet uns unglaublich viel Energie, die uns dann in anderen Bereichen unseres Lebens fehlt.

Am Anfang können die unterschiedlichsten Ereignisse als Auslöser stehen, aber nicht immer muss es sich dabei um besonders schwere, traumatische Erfahrungen handeln. Oft reicht schon ein unbedachter Satz aus, um in uns ein latentes Programm (latent = etwas ist im Hintergrund vorhanden, aber noch nicht sichtbar) zu erzeugen, das nur darauf wartet irgendwann in unserem Leben aktiviert zu werden. Dahinter steckt im Grunde unser ureigenster Überlebensmechanismus. Wenn wir uns tatsächlich oder vermeintlich in Gefahr befinden, schaltet unser bewusster Verstand einen Gang zurück und unser Unterbewusstsein übernimmt die Kontrolle. In Gefahr oder Bedrohung müssen wir instinktiv handeln, da haben wir keine Zeit für Analysen und lange Überlegungen. Und weil eben genau in solchen Situationen das Unterbewusstsein die Kontrolle übernimmt, ist es auch so besonders empfänglich für alle Arten von Programmierungen.

Dies gilt insbesondere in Situationen eingeschränkter Bewusstheit:

  • bei Bewusstlosigkeit
  • während Operationen (auch in Vollnarkose bekommt unser Unterbewusstsein jeden Satz mit)
  • in Stressituationen (in Zeiten gefühlter Überforderung)
  • während der Geburt sowie bereits vor dem Geburtsvorgang (Wunschkind?)
  • während traumatischer Erfahrungen

Auch unsere Kindheit (bis ca. zum 12. Lebensjahr), in der das kritische Bewusstsein noch nicht ausgereift ist, macht uns überaus empfänglich für latente Programme. Ver- und Gebote ("Das macht man nicht", "Hör auf herumzutrödeln!", "Streng dich an!", "Sei endlich ernsthafter!"), und Prognosen ("Lass das, das schaffst du nicht", "So wird aus dir nie etwas!") können dann zu Glaubenssätzen werden, die unterbewusst wirken, und uns auch noch Jahrzehnte später einschränken, behindern und hemmen. In sehr vielen Fällen ist uns gar nicht bewusst, wann und wie diese Programmierungen in unser System gelangt sind, deshalb bringen wir die Symptome auch nicht mit den eigentlichen Ursachen in Zusammenhang. Wir hadern dann mit unserem Leben und den belastenden Situationen und schenken den Symptomen immer mehr Aufmerksamkeit und Energie. Genau hier kann Hypnosecoaching ansetzen und zu einer überaus wertvollen Unterstützung werden.

Die Energie folgt unserer Aufmerksamkeit

Mittels Hypnose und direkter Kommunikation mit dem Unterbewusstsein ist es möglich, das auslösende Ereignis herauszufinden, negative Erlebnisse und Erfahrungen (auch noch Jahrzehnte später) neu zu bewerten und zu harmonisieren und emotionale Blockaden zu lösen. Indem wir mit unserer Aufmerksamkeit (in einem sicheren Rahmen, mit einer kompetenten Begleitung und in einer sich selbst regulierenden Trance) zur auslösenden Situation/zum auslösenden Ereignis zurückkehren und einen inneren Versöhnungsprozess starten, befreien wir sie von ihren Fesseln, sodass unsere Energie endlich wieder frei fliessen kann. Wenn wir dadurch nicht mehr im Problemsog stecken, werden unsere bis dahin gebundenen Ressourcen frei und wir können unsere Aufmerksamkeit auf neue Möglichkeiten und Potentiale lenken. So gewinnen wir nicht nur eine neue Lebensqualität sondern auch unsere wertvolle, innere Freiheit zurück.

Möchten auch Sie endlich Ihre Aufmerksamkeit befreien? Wir freuen uns darauf, Sie auf diesem Weg begleiten zu dürfen!

Vor kurzem hatte ich wieder einen Termin beim Direktor eines großen österreichischen Unternehmens. Es ging um die Besprechung einer bevorstehenden Führungskräfteschulung. Obwohl ich für dieses Unternehmen bereits in der Vergangenheit gearbeitet habe, liess sich mein Gesprächspartner von mir detailliert mein Trainingskonzept erklären und prüfte mich danach auf Herz und Nieren. Wie lange ich schon selbstständig wäre? Ob ich bereits Erfahrung mit Führungskräfte hätte? Für welche Unternehmen ich bereits tätig gewesen wäre? Alles reine Routinefragen, die ich entsprechend professionell beantwortete. Und dann kam eine Frage, die mich kalt erwischte: "Gehen Sie oft in Unternehmen?". Ich antwortete darauf wahrheitsgemäß und wie aus der Pistole geschossen: "Ich bin gerade dabei, das so weit wie möglich zu reduzieren, weil es mir einfach keine Freude mehr macht!".

Ich selbst war über meine Antwort mindestens genauso erstaunt (um nicht zu sagen erschrocken) wie mein Gesprächspartner. Da hatte ich doch soeben einem (sehr guten) Kunden direkt ins Gesicht gesagt, dass mich derartige Aufträge nicht (mehr) besonders freuen. Aus einer geschäftlichen Perspektive mag diese Antwort definitiv falsch gewesen sein, aber dennoch kam sie aus meinem tiefsten Inneren und war absolut ehrlich.

Nach dem Gespräch habe ich länger über meine Antwort nachgedacht. "Wie konntest du nur?", fragte ich mich selbst und fand darauf eine stimmige Erklärung: Trainings und Schulungen in Unternehmen finden meistens unter großem Zeit- und Erfolgsdruck statt. Ich kann dabei nur punktuell wirksam sein, nur minimale Anstöße und Impulse geben. Oft kommt dazu, dass die Auftraggeber wirkliche Veränderungen gar nicht beabsichtigen, sondern das jährliche Schulungssoll erfüllen möchten. Das ist durchaus legitim, wenn auch, aus meiner Sicht, schade. Ich bin Trainer und Coach mit ganzem Herzen. Nichts erfüllt mich so sehr, wie Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern und zu begleiten. Dabei leitet mich die Überzeugung, dass persönliche Veränderung Zeit braucht. Diese Zeit habe ich in Unternehmen, in denen der Grundsatz "Zeit ist Geld" gilt, fast nie in dem Ausmaß, das dafür nötig wäre.

Deshalb unterrichte ich so gerne in Lehrgängen. Hier kann ich Menschen über einen längeren Zeitraum begleiten, auf individuelle Bedürfnisse und Lerntempi eingehen, und all meine Erfahrung und Kompetenz einbringen, um Menschen bei ihrem inneren Wachstum zu unterstützen. Hier ist auch die Gelegenheit, hin und wieder einen kleinen Umweg zu gehen, um abseits des ausgetretenen Pfades die eine oder andere Kostbarkeit zu entdecken. Hier steht der Mensch und seine Persönlichkeit im Mittelpunkt.

Natürlich möchte und werde ich auch weiterhin in Unternehmen tätig sein und dort mein Bestes geben, um zarte Pflänzchen für eine nachhaltige Veränderung zu setzen. Mein Fokus wird allerdings zukünftig immer stärker auf meinen Lehrgängen und Seminaren liegen, damit sich aus zarten Pflänzchen irgendwann reife Persönlichkeiten mit starken Wurzeln entwickeln.

Thomas Kalkus-Promitzer

Nachsatz: ich habe den Auftrag trotzdem erhalten. Der Herr Direktor wusste meine Aufrichtigkeit zu schätzen.